Seenotrettung Spendenbox Bretagne

Vom Cap Fréhel nach Erquy

Hallo aus den Tiefen des Nuggets,

die letzten beiden Tage war es nahezu unmöglich, diesen zu verlassen. Am Cap Fréhel war Land unter. Im wahrsten Sinne des Wortes. Regen und Sturm, dazu die Wassertropfen aus dem aufgepeitschten Meer, ich kann euch sagen. Höre jetzt noch das Pfeifen des Windes in den Ohren. Ein Wunder, dass wir nicht seekrank wurden im Nugget.

Bretagne Wetter Hund Regenmantel
Bin ich nicht trés chic?

Spazierengehen war nur in voller Regenmontur möglich. So konnte Luna endlich ihren, in weiser Voraussicht extra für diesen Bretagne-Urlaub gekauften, Regenmantel einweihen. Empfinde Hunde in Mäntel zwar als Höhepunkt der Affigkeit, aber wat mut, dat mut. Bekomme die Feuchtigkeit sonst nie aus Hund und Auto. Bewährt sich super und stört die Dicke überhaupt nicht. Nur die Franzosen schauen sehr irritiert erst auf den Hund, dann auf mich.

Bretagne Cap Frehel Wegweiser

Aber egal, wetterfest verpackt und bestens motiviert marschierten wir tapfer zum Cap. Besonders stark bläst der Wind beim Rundgang um die Spitze der Landzunge. Da kamen Frauchen und Hund manchmal ins trudeln. Aber alles gut gegangen und auf allen Füßen und Pfoten wieder heil zuhause angekommen.

Cap Frehel

An Bilder war natürlich nicht zu denken. Objektiv nass und angelaufen, Licht dunstig und voller Wassertropfen … kann nichts werden. Wieder neue Posten auf meiner Reisebedarfsliste. Ein 100% wasserfester Rucksack sowie ein Regen- und Anlaufschutz für das Objektiv. Wenn es sowas gibt.

Cap Frehel Felsen

Bis auf zwei kleine Gassis wurde der Nugget an diesem Tag nicht mehr verlassen. Ob mangelndem Internet war Seriengucken angesagt. Ins Hochbett gekuschelt, Tablet raus und Fargo, Staffel 3 gestartet. Habe das Tablet vor Reisebeginn vollgepackt mit Filmen, Dokus und Serien. Bin ja nicht zum ersten Mal um diese Jahreszeit in der Bretagne. Wettertechnisch hatte ich mir zwar das Beste erhofft, aber mit dem Schlimmsten gerechnet.

Nicht falsch verstehen, unter Strich bringt es mir immer noch mehr Freude, als das es nervt. Und zur Not rettet ja bekanntlich gutes Essen immer meine Laune. Bin doch recht einfach gestrickt, wenn ich mal so darüber nachdenke. 🙂

Bretagne Crevetten aus der Pfanne
In Olivenöl gebratene Crevetten mit viel Knoblauch und Thymian, dazu grüner Salat und frisches Baguette. Was braucht Frau mehr zum glücklich sein? – Frischluft vielleicht. Nicht das ideale Essen für die Nuggetküche, wenn man Fenster und Türen beim Braten nicht aufreißen kann.

Wer jetzt aber dachte, schlimmer geht nicht, hat sich geirrt. Heute morgen wurde ich belehrt, dass Land unter ein sehr steigerbarer Begriff ist. Da war gestern beinahe Traumwetter. Zum Glück war ich für die Nacht vom Cap auf den Wanderparkplatz bei Plénevon umgezogen. So wurde wenigstens der Wind etwas gemildert, bis er auf uns traf.

Bretagne Haus in Plénevon
Typisch bretonische Steinhäuser mit üppigen Hortensienhecken

Aber, oh Wunder. Am Nachmittag hörte plötzlich der Regen auf, der Wind ließ etwas nach, der Himmel fing an aufzubrechen und ganz, ganz langsam kämpfte sich die Sonne ein wenig durch. Nichts wie raus …

Bretagne Mauer mit Salbeihecke
Weithin duftende Salbeihecke

Die ursprünglich geplante Wanderung zum Fort la Latte wurde gestrichen. Das Fort liegt auf einer Landzunge gegenüber dem Cap Fréhel. Aber mein Bedarf an Kämpfen gegen den Wind war für das Erste gedeckt. So wurde es nur eine kurze Rundwanderung durch die umliegenden Dörfer und den Bois de Fontaine.

Bretagne Garten Esel
Zaungast im Hinterhof am Wegesrand

Aus der kurzen Wanderung wurden dann doch fast sechs Kilometer. Gefühlt viel kürzer, weil es so viel zu sehen gab. Luna hält solche Strecken noch gut mit. Seit kurzem bekommt sie Herztabletten und wären ihre alten Hüften nicht, wäre sie wieder voll dabei.

Bretagne Erqui Hafen Leuchtturm
Leuchtturm im Hafen von Erquy

Nach kurzer Erholungspause ging es weiter in den nahegelegenen Hafen des Örtchens Erquy. Der bekannteste Fischereihafen für Jakobsmuscheln. Sagt man. Wenn ich es morgen so lange hier aushalte, schaue ich mir das mal an. Wenn nicht, auch nicht schlimm. Es liegen noch genug Häfen und Poissonnerien auf meinem Weg durch die Bretagne.

Jakobsmuscheln Erquy Hafen Bretagne

Auf jeden Fall ein hübsches Fleckchen Erde und ich habe einen Schlafplatz mit Blick auf Meer, Hafen und Leuchtturm. Und heute Abend konnte Luna sich sogar noch am leeren Strand austoben. Alles wieder gut 🙂

Bis dann, auf Regen folgt bekanntlich Sonnenschein,

  1. Hallo Uschi, bei schönem Wetter kann jeder gut von seiner Reise erzählen.. .Schön, wenn man das Land auch mal so kennenlernt. Dein Bericht ist wieder sehr unterhaltsam. Und Star Luna im Regenmantel macht sich gut. Tolle Idee, denn kein Hund läßt sich gerne bis auf die Haut einweichen. Solche Berichte zu lesen, wenn man in der warmen Stube sitzt, machen großen Spaß. Wünsch Dir (Euch) trotz allem besseres Wetter und freu mich schon auf den nächsten Bericht. Bis dann

    • Hallo, wir sind wieder getrocknet und haben zwischenzeitlich viele regenfreie Stunden hinter uns. Und was ich bei dem Regengejammer immer vergesse, sind die warmen Temperaturen. Es gibt sogar Nächte, in denen ich ohne Heizung auskomme. Weiterhin viel Spaß in der warmen Stube. Sonnige Grüße, Uschi

Ich freue mich über Kommentare