Dolmen de Kermario

Dolmen, Menhire und Marché des Lices

Hallo zusammen,

mein letzter Bericht aus der Bretagne. Jetzt geht es wieder gen Heimat beziehungsweise zurück ins Elsass bis zum Ende des Jahres. Neues dann von dort. Meine letzten Tage haben mich nach Carnac zu den geheimnisvollen steinernen Zeugen aus der Vorzeit geführt und zum krönenden Abschluss nach Rennes auf den Marché des Lices.

Nach einem weiteren komplett im Dauerregen versunkenen Tag, der meine Reiseplanung etwas durcheinanderbrachte, ging es am zweiten Tag in Carnac endlich raus zu den Steinen. Zeitweise sogar mit Sonne und blauem Himmel. Da darf man sich aber nie so sicher sein in der Bretagne. Der Wechsel zwischen Sonne, Regen, Hagel, Sturm und wieder Sonne und so weiter, und so weiter ist sehr willkürlich und unvorhersehbar.

Menhir Manio
Der „Riese von Manio“. Mit seinen sechs Metern der höchste Menhir von Carnac.

Steinfeld und Tumulus

Die Bretagne und ihre Steine. Die geheimnisvollsten davon sind wohl die Steinreihen von Carnac, die sich über beinahe vier Kilometer durch das Land ziehen. Das Rätsel ihrer Bedeutung ist selbst 7000 Jahre nach ihrer Aufstellung nicht gelöst. Vermutlich eine Art Kultstätte, da die Anordnung der einzelnen Felder immer einem bestimmten Muster folgt.

Steinfeld von Kermario
Die Steinreihen von Kermario: 1029 Menhire in 10 Reihen.

Die Größe der Steine ist aufsteigend von Ost nach West und erreicht in Kermario bis zu drei Meter Höhe. Es gibt mehrere Steinfelder in Carnac, die bekanntesten sind wohl Menec, Kermario und Kerlescan. Wobei ich das Steinfeld von Kermario durch die Größenunterschiede und die Formen der Menhire am interessantesten fand.

Carnac Kermario Steinfeld
Ein paar der dicken Brocken aus dem Westen des Steinfeldes von Kermario.

Es gibt aber nicht nur Steinfelder, sondern auch Solitär-Menhire, wie den Riesen von dem obigen Foto, und es gibt Grabhügel. Der bekannteste ist der Tumulus Saint Michel, dessen Inneres für die Öffentlichkeit leider nicht mehr zugänglich ist. Als Entschädigung bietet er einen traumhaften Blick über Carnac und den Golf von Morbihan.

Tumulus Saint Michel
Tumulus Saint Michel, der größte Grabhügel Europas. Die Kapelle ist allerdings recht neuzeitlich aus dem 17. Jahrhundert.

Tumulus de Kercado

Ein kleiner Grabhügel der auch von innen besichtigt werden kann, ist der 4500 Jahre vor Christi entstandene Tumulus von Kercado.

Tumulus von Kercado
Der Tumulus von außen.
Tumulus von Kercado
Der Durchgang zur Grabkammer, jetzt ist Bücken angesagt.
Tumulus von Kercado
Die Grabkammer mit Felszeichnungen.

Wenn die Steine doch sprechen und uns erzählen könnten, was damals mit wem und warum passierte. Andererseits ist es auch schön, wenn die Welt noch ein paar Geheimnisse in sich birgt.

Marché des Lices in Rennes

Nach so viel Steinen war es an der Zeit, wieder ans Essen zu denken. Der Markt von Rennes stand ganz oben auf meiner Bretagne-Liste. Vor ein paar Jahren bin ich eher zufällig darüber gestolpert. Leider zu spät, so dass fast alle Stände abgebaut waren und ich nur noch erahnen konnte, was für ein Schlaraffenland es da zu entdecken gibt. Dieses Mal wollte ich mir das nicht entgehen lassen und da der Markt nur samstags stattfindet, war etwas Eile angesagt.

Marche des Lices in Rennes
Eine der drei riesigen Markthallen auf dem Marché des Lices in Rennes.

Auf dem, in drei Markthallen und dem gesamten Place des Lices stattfindenden, Markt wird so ziemlich alles angeboten, was man sich vorstellen kann und auch vieles, wofür einem die Vorstellung zuvor fehlte. Hier eine Mini-Mini-Kostprobe. Geht selbst hin, wenn es euch einmal möglich ist. So einen schönen und vielseitigen Markt findet man selten. Jeden Samstag von 8 bis 13 Uhr habt ihr die Möglichkeit dazu. Aber nun lasse ich noch ein paar Bilder sprechen, seht also selbst.

Marche des Lices in Rennes
Gemüse, Obst und alles andere, was so in der Erde wächst, findet sich an unzähligen Ständen im Außenbereich.
Marche des Lices in Rennes
Viele regionale Erzeuger bieten ihre Ware an. Hier gibt es frischen Saft und Cidre direkt vom Biobauer.
Marche des Lices in Rennes
Schon mal Seeigel probiert? Nur eine der „Absonderlichkeiten“ des Fischmarktes.
Marche des Lices in Rennes
In Salz marinierte Zitronen. Sehr gewöhnungsbedürftig.
Marche des Lices in Rennes
Darf nicht fehlen in der Bretagne: harte Salami in allen möglichen Geschmacksrichtungen.
Marche des Lices in Rennes
Noch eine bretonische Spezialität: Kougin Amann.
Marche des Lices in Rennes
Kleingebäck in Hülle und Fülle. Die Brotstände erwähne ich mal gar nicht.
Marche des Lices in Rennes
Jakobsmuscheln, auch eines meiner Hauptnahrungsmittel während der Reise.

Gerne hätte ich euch noch mehr gezeigt vom Markt in Rennes. Aber zu einem muss alles mal ein Ende haben und zum anderen war es verdammt schwer, Fotos zu machen. Die Stände waren meist von Menschenhorden blockiert. Wo die Bretonen das alles hinschaufeln, bleibt mir ein Rätsel.

Marche des Lices in Rennes
Nicht nur Lebensmittel, sondern auch Blumen in reicher Auswahl finden sich auf dem Markt in Rennes.

Bis dann, schön, dass ihr dabei wart auf meiner Reise durch die Bretagne,

 

  1. Schön geschrieben und nicht zu detailliert. (Es gibt Leute die können seitenlang über diese steine schreiben, muss aber nicht sein)

    • Hallo Uschi,
      kurz und knackig ist mir auch lieber. Soll ja nur einen kleinen Eindruck geben und das Interesse wecken. Wer wirklich mehr wissen möchte, findet genug ausführliche Informationen darüber im Netz. Muss das Rad ja nicht jedesmal neu erfinden und den 1.000 Detailbericht veröffentlichen.
      Liebe Grüße, Uschi

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