Wanderdüne Rubjerg Knute

Dänemark, Tag 29: Jütland, Løkken

Hallo allerseits,

schlafe niemals neben einer Wanderdüne, wenn du möchtest, dass die Farbe deines Autos am nächsten Tag problemlos erkennbar ist und die Scheiben noch durchsichtbar sind. Soviel Sand. Beeindruckend ist die Düne allerdings. Besonders an der Seite, die zum Meer hin abstürzt. Sieht spektakulär aus. Vor allem heute, wo alles unter einem grauen, schweren Himmel liegt.

Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Fühle mich etwas angeschlagen. Deshalb ging es nach der Düne nur ein Stück an der Küste entlang ins nicht weit entfernte Løkken. Ein weiteres Touristenstädtchen am Meer. Geisterstädte. Eine für viel Besucher ausgelegte Infrastruktur und fast (noch) niemand da. Vorbei an riesigen, leerstehenden Parkplätzen. Vorbei an hübsch hergerichteten, aber unbewohnten Häuserreihen. Städte oder Orte, in denen für zwei, drei Monate das Leben tobt und die den Rest vom Jahr wie ausgestorben wirken.

So wie überall, wo man hauptsächlich vom Tourismus lebt. Im Süden sind es die Bungalow-Städte am Meer, die im Winter tot daliegen und im Norden fristen die riesigen Skigebiete ein tristes Dasein im Sommer.

Aber auch in Løkken eine tolle Dünenlandschaft, eine steile Küste und ein Sandstrand vom Feinsten. Aber trotzdem werde ich nicht so wirklich warm mit Jütland. Manchmal vergesse ich beinahe, dass ich in Dänemark bin. Habe ich mich auf der »anderen Seite« ab und an gewundert, dass kaum Wohnmobile und Deutsche unterwegs sind und alles so »dänisch« ist, weiß ich jetzt warum: Die sind alle hier auf Jütland.

Bis dann, immer heiter, immer weiter,

  1. Thorsten

    Bei den kleinen Dörfern und Städten in der Bretagne ist es ja leider ähnlich (und vermutlich auch sonst in den meisten dünn besiedelten Landstrichen). In der kalten Jahreshälfte hat man Mühe, ein geöffnetes Restaurant zu finden. Ideal für solche Urlauber, die ihre Lebensmittel aus Deutschland mitbringen und sich selbst bekochen. Schade für jene, die sich gerne mit regionaler Kost bekochen lassen UND die gerne ihre Ruhe haben wollen.

    • Ja, da hast du recht. Seeland/Jütland erinnert mich sowieso ein wenig an Nord-/Südbretagne. Der gemäßigtere touristisch erschlossene und ursprünglichere Norden und die überlaufenen Bettenhochburgen im Süden.

      • Anonymous

        Solche Geisterstädte kenne ich auch von Mallorca: März/April mit dem Auto unterwegs, hatte ich Mühe, eine Unterkunft zu finden.
        Diese Düne ist ja gigantisch. Weiß man denn, wie schnell und wohin sie wandert?

      • Die Düne wandert Richtung Nordost, über die Geschwindigkeit konnte ich nichts finden. Aber man geht davon aus, dass der Leuchtturm in ein paar Jahren durch die Erosion ins Meer abstürzt. Um den Leuchtturm gab es noch Wärterhäuschen, die sind alle schon „begraben“ und zerfallen. Man findet nur noch Mauerreste im Sand.

Ich freue mich über Kommentare