Hochbeet Seitenansicht

3-Stufen-Hochbeet – einfach und günstig selber machen

Zwei Dinge aus meinem alten Leben gibt es, denen ich wirklich nachtrauere und die in meinen Augen einen Garten erst zu einem richtigen Garten machen. Glücklich gackernde Hühner und ein üppiges Kräuterbeet. Die Hühner müssen leider noch bis nächstes Frühjahr warten, aber das Kräuterbeet ist in Arbeit und wartet nur noch darauf, bepflanzt zu werden.

Viel Platz für ein großes Kräuterbeet habe ich nicht auf meinem Grundstück. Also war schnell klar, dass es zwei Drei-Stufen-Hochbeete werden. Die passen wunderbar an die Rückseite meines Tiny House, wo den ganzen Tag über Sonne ist (wenn sie dann scheint). Der ideale Standort für sonnenhungrige Kräuter.

Ursprünglich wollte ich mir keine Arbeit machen und die beiden Beete einfach bei amazon bestellen, mit Erde befüllen und gut ist. Leider war das Modell zu diesem Zeitpunkt ausverkauft und kein neuer Liefertermin in Sicht. Ein anderes wollte ich nicht, da dies das einzige war, dass mir einigermaßen stabil erschien. Was also tun?

Die Lösung war mal wieder, wie so oft, das Motto „Selbst ist die Frau“. Also hingesetzt, ein paar Gedanken gemacht, wie ich es denn haben möchte, etwas recherchiert, wo ich preiswert das passende Material dafür bekomme, Abmessungen festgelegt und Maße berechnet, noch ein Baumarkt-Besuch und es konnte losgehen.

Ein paar Stunden Arbeit und das Ergebnis macht mich stolz. Vielleicht nicht perfekt, aber selbstgemacht und sehr nützlich. Die Beete bieten wesentlich mehr Platz, sind durch ihre Höhe viel besser zu pflegen und um einiges stabiler als die Kaufvariante. Und sie haben mich nur etwas mehr als die Hälfte gekostet.

Ich bau mir ein Drei-Stufen-Hochbeet

Vielleicht denkst du ja ebenfalls darüber nach, wie du dir einen kleinen Garten anlegen kannst und hast Lust, dir auch so ein praktisches Hochbeet zu bauen. Das ist gar nicht so schwer und bringt Spaß.

Zuerst einmal die, ich gebe es zu, etwas rudimentäre Skizze des Bauplans. Perspektive war noch nie so mein Ding, aber ich denke es reicht für das Verständnis. Das Beet hat eine Endgröße von 120 x 106 x 60 cm (Breite x Tiefe x Höhe). Die Nutzfläche der Beete beträgt 112 x 30 cm.

Skizze Hochbeet dreistufig

Materialbedarf für das Hochbeet

Für ein Hochbeet benötigst du 6 Bretter à 120 cm und je 2 Bretter à 98, 64 und 30 cm. Die Länge der seitlichen Bretter berechnet sich durch die Dicke der 120er-Frontbretter von 4 cm. Solltest du dünneres Holz verwenden, musst du die Längen der Seitenteile entsprechend umrechnen.

Beim toom-Baumarkt habe ich mir einfache Baudielen (300 x 20 x 4 cm) besorgt und gleich vor Ort auf die gewünschten Maße sägen lassen. Für zwei Hochbeete waren das acht Baudielen, die ich mir, um wenig Verschnitt zu haben, folgendermaßen zuschneiden ließ:

  • 4 Dielen in je 120 cm, 98 cm, 64 cm
  • 4 Dielen in je 120 cm, 120 cm, 30 cm

Für ein Hochbeet brauchst du vier Baudielen mit folgendem Zuschnitt:

  • 2 Dielen in je 120 cm, 98 cm, 64 cm
  • 2 Dielen in je 120 cm, 120 cm, 30 cm

Zum Verbinden der Bretter benötigst du quadratische Kanthölzer für die Ecken, an denen die einzelnen Teile angeschraubt werden. Die Größe ist relativ egal, ich würde dir irgendwas zwischen 5×5 und 7×7 empfehlen, damit sie stabil genug sind, um die Schrauben zu halten und nicht die Gefahr besteht, dass das Holz beim Einschrauben splittert.

Für ein Hochbeet brauchst du:
je 2 Kanthölzer mit 20 cm, 40 cm und 4 Kanthölzer mit 60 cm Länge.

Den Zuschnitt musst du dir selbst berechnen, da es die Kanthölzer in unterschiedlichen Längen gibt. Aber ist in diesem Fall ja nicht wirklich schwer 🙂 Ob der Baumarkt die Kanthölzer zuschneidet, weiß ich nicht. Aber das kannst du problemlos selber machen. Geht mit etwas Muskelarbeit mit der Handsäge, falls dir keine Stichsäge oder ähnliches zur Verfügung steht. Bei den Kanthölzern kommt es nicht so genau darauf an, ob das Maß stimmt. Ein paar Millimeter mehr oder weniger ist vollkommen egal.

Außerdem brauchst du noch 48 selbstbohrende Schrauben (z.B. Spax 4Cut) mit 5 oder 6 mm Durchmesser. Sie sollten 80 mm lang sein, damit sie das ganze schön fest zusammenhalten. Diese Schrauben bekommst du in jedem Baumarkt oder bei amazon (5,0 x 80 mm oder 6,0 x 80 mm mit Torx-Kopf)

Und das war es auch schon an benötigtem Material. Ich habe die Bretter nicht gestrichen und innen auch keine Folie angebracht. Bis die dicken Dinger verrottet sind,  geht viel Zeit ins Land, so dass ich es nicht für nötig hielt. Allerdings habe ich die Bretter vor dem Zusammenbau mit einem Bunsenbrenner geflämmt. Soll (angeblich) das Holz schützen und sieht einfach schöner aus, als die unbehandelten, hellen Holzdielen. Du kannst sie aber auch abschleifen, lasieren oder einfach so lassen, wie sie sind. Ganz nach Belieben.

Der Zusammenbau des Hochbeetes

Wenn du die Bretter nach deinen Wünschen behandelt (oder nicht behandelt) hast, kann es losgehen mit dem Zusammenbau.

Generell gilt: alle Bretter werden jeweils mit einer Schraube oben und unten am Kantholz befestigt. Wenn du nur in der Mitte des Brettes eine Schraube setzt, verbiegen sich die Außenkanten mit der Zeit.

Unteres Stufenbeet und Rückseite

Für das untere Stufenbeet benötigst du:
4 x 120 cm (Front- und Rückbrett), 2 x 98 cm Seitenbrett, 2 x Kantholz 20 cm und 2 x Kantholz 60 cm

An den später nach Innen zeigenden Seiten der 98er-Bretter die Kanthölzer anbringen. Vorne das 20er-Kantholz, hinten das 60er-Kantholz. Bündig mit Außen- und Unterkante.

Als nächstes unten an das 60er-Kantholz das erste Rückbrett und danach vorne an das 20er-Kantholz das Frontbrett jeweils bündig mit Außen- und Unterkanten der Seitenbretter anschrauben. So dass ein viereckiger Rahmen ensteht, an dem hinten das lange Kantholz frei nach oben ragt.

Nun noch an dem freistehenden Teil des Kantholzes der Rückseite, auf das erste Brett aufsetzend, die beiden restlichen 120er-Bretter anbringen und schon steht das Grundgerüst des Hochbeetes.

Mittleres Stufenbeet

Für das mittlere Stufenbeet brauchst du:
1 x 120 cm Frontbrett, 2 x 64 cm Seitenbrett, 2 x Kantholz 40 cm

Die Seitenbretter an der vorderen Innenseite mit den Kanthölzern verbinden. Diesmal muss das Kantholz aber mit der Oberkante des Seitenbrettes bündig sein und das Kantholz nach unten rausragen.

Um zu sehen, ob auch alles soweit passt, vor dem Verschrauben die Seitenteile und das Frontbrett erst einmal auf den Grundrahmen stellen. Wenn alles soweit ok ist, die Seitenbretter mit den hinteren Kanthölzern des Grundrahmens verbinden und dann das Frontbrett anbringen.

Oberes Stufenbeet

Für das obere Stufenbeet brauchst du:
1 x 120 cm Frontbrett, 2 x 30 cm Seitenbrett, 2 x Kantholz 60 cm

Bei der oberen Stufe sind die Arbeitsgänge identisch mit denen der mittleren Stufe.

Schlussarbeit

Wenn alles soweit steht und passt, musst du noch daran denken, die Seitenteile des unteren und mittleren Beetes mit den Kanthölzern des darüberliegenden Beetes zu verschrauben.

Diesen Arbeitsgang habe ich, aus meinen eigenen Fehler beim Zusammenbau lernend, an den Schluss gesetzt. So hast du noch etwas Spiel zum Justieren vor dem endgültigen Verbinden. Das Holz ist nicht hunderprozentig gerade und beim Zusammenbau kann der rechte Winkel ein wenig aus dem Blick geraten.

Und fertig ist das Hochbeet.

3-Stufen-Hochbeet Vorderansicht

Ist doch wirklich kein Hexenwerk und auch für handwerkliche Laien zu bewerkstelligen, oder? Gutes Gelingen und viel Spaß beim Nachbau. Fragen oder Anregungen kannst du, wie immer, einfach in den Kommentaren hinterlassen.

Für ein Hochbeet brauchst du ungefähr 400 Liter Erde.

Morgen mache ich einen Ausflug nach Horstedt bei Bremen und besorge mir im Kräuter- und Duftplanzen-Paradies von Rühlemann vor Ort die Pflanzen für mein Hochbeet. Mehr über Rühlemann sowie die Bepflanzung und Erdzusammensetzung meines 3-Stufen-Hochbeetes im kommenden Tiny-House-Garten-Bericht.

Bis dahin, liebe Grüße


  1. Thorsten

    Och, würde ich so nicht sagen. Aus 9x9cm Kanthölzern und den 4cm dicken Bohlen könnte man auch eine Art Tisch bzw. Unterkonstruktion bauen. Wäre ultra-massiv und würde die schwere Erde bestimmt aushalten, allerdings läuft dann ja viel Wasser unten raus. 🙂

    Vermutlich einfacher und langfristig effizienter zu lösen: einfach die unterste Ebene verdoppeln oder verdreifachen. Bei Verdreifachung wäre die unterste Ebene bei 60cm und die oberste Ebene bei 100cm. Muss halt deutlich mehr Erde bzw. Füllmaterial rein. Bedeutet deutlich mehr Arbeit bei der Neuanlage. Aber die Pflanzen würden sich bestimmt über die zusätzliche „Beinfreiheit“ freuen. Und die Besitzerin über die rückenschonende Nutzbarkeit. 🙂

    • Na ja, die Lösung gefällt mir jetzt nicht wirklich. Schon die zweimal 400 Liter waren eine Herausforderung. Und die wenigstens Kräuter wurzeln so tief, dass sie diese Höhe brauchen. Da finde ich einen Tisch darunter schon praktischer. Müsste man das Beet mit Teichfolie o.ä. auskleiden, damit das Wasser nicht ausläuft. Der Gedanke gefällt mir aber nicht wirklich. Dann lieber mit Beetfolie auskleiden und noch einen Zwischenboden mit Teichfolie und Ablauf einbauen, in den das Wasser sickern und dann an einer Stelle ablaufen kann. Aber ab da wird es schon wieder kompliziert und das Motto heißt ja: 3-Stufenbeet schnell und einfach 🙂
      Liebe Grüße, Uschi

  2. Hallo Uschi, schön nach langer Zeit wieder von Dir zu hören. Bestimmt werden Deine Berichte aus der „Heimat“ wieder schön und interessant. Deinen heutigen Beitrag finde ich toll. Eine prima Idee auf kleinstem Raum zu pflanzen und das mit so einfachen Mitteln. Du bist so vielseitig begabt und es ist schön, dass Du uns daran teilhaben lässt.
    Freue mich schon auf den nächsten Bericht und bis dahin liebe Grüße Uta

    • Hallo Uta,

      danke für die Blumen. Schön, dass du immer noch dabei bist und Spass an meinen Beiträgen hast. Freu mich über Rückmeldungen, dann schreibt man nicht so in den leeren Raum 🙂

      Liebe Grüße, Uschi

  3. Anonymous

    Hallo Uschi,

    super, Dein Hochbeet! Viel Erfolg beim bepflanzen und ernten.

    Mein Hochbeet Tipp für das Oma Tiny, falls Mama auch eins möchte: das Beet auf eine erhöhte Plattform/Tisch o.ä. stellen, muss man sich nicht bücken zum bearbeiten und ernten, hat noch zusätzlich Stellfläche unter der Plattform und das Ganze verrottet vielleicht auch nicht so schnell von unten?

    Liebe Grüße,

    Eveline

    • Hallo Eveline,
      freut mich, dass es gefällt. Keine Idee für deine Terrasse? Danke für den Tipp fürs Oma-Tiny. Wenn sie eines möchte, bekommt sie eines. Aber erst nächstes Jahr, wenn sie etwas eingewohnt ist und die Anfangsarbeiten erledigt sind. Dieses Jahr ist noch genug zu tun. Allerdings muss das Bett dann kleiner und mit leichterem Holz gebaut werden. Die Dinger sind zu groß und zu schwer für einen Tisch. Aber Idee ist gespeichert 🙂
      Liebe Grüße, Uschi

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