Lannion und Le Yaude

Hallo, seit zwei Tagen treibe ich mich nun schon in Lannion und Umgebung herum. Eine nette Ecke. Wie fast überall in der Bretagne findet sich problemlos eine Parkmöglichkeit nahe der Innenstadt.  Sehr praktisch, aber ich mache es trotzdem nur im Notfall. In bretonischen Städten mangelt es oft an Grünflächen und seien sie auch noch so klein. Das mag Luna gar nicht. Und so hübsch es auch ist in diesen schnuckeligen bretonischen Altstädten, fühle ich mich schnell ein wenig eingesperrt durch die eng gebauten Steinhäuser, die schmalen Gassen und steile Wege.

Le Yaude
Dann doch lieber so. Ausblick vom Pointe de Yaude am Mündungstrichter des Léguer bei Lannion.

Apropos eng und steil. Der Nugget muss auf den bretonischen Straßen vollen Einsatz zeigen. Zum einen ein sehr hoher Durchschüttelfaktor und zum anderen ein ständiges Auf und Ab. Nach dem flachen Dänemark und den noch flacheren Niederlanden wieder ein ganz anderes Fahrerlebnis. Ohne gute Handbremse und ausreichend Pferdestärke bist du in der Bretagne verloren.

Markttag in Lannion

In Lannion ist das anders. Die Handbremse brauchst du hier auch, aber die Stadt ist großzügiger gebaut und durch die Lage am Fluss Léguer grüner. In Lannion war Markttag, der Grund meines Besuches. Der Markt findet jeden Donnerstag in der ganzen Altstadt verteilt statt. Also eigentlich. Im Sommer. Im Winter gibt es nur die abgespeckte Version. Vorwiegend Lebensmittel aller Art und zum Wasser-im-Mund-Zusammenlaufen. Die Bretonen kommen in Scharen mit ihren Einkaufsrollwagen und kaufen ein, trinken ein Gläschen Wein, plaudern ein wenig und haben offensichtlich Freude am Leben.

Lannion Markt

Viele Bilder gibt es nicht, irgendwann habe ich aufgegeben. Fast jedes Foto wurde von dem Ruf begleitet: „Deux Euro pour la photo, Madame“, wahlweise auch zehn oder fünf. Zwar lustig und nett gemeint, aber irgendwann auch gut. Außerdem wurde durch das Wetter das Ergebnis sowieso eher mau. Es regnet mal wieder. Pünktlich zum Markttag Sturm und Regen 🙂 Nachdem es eine lange Zeit trocken, windstill und mit viel Glück sogar sonnig war, will ich nicht schimpfen.

Lannion Markt
Zwei von diesen Artischocken sind stante pede in meine Einkaufstasche gewandert.
Lannion Markt
Ein sehr wichtiges Einkaufsutensil der Bretonen.
Lannion Markt
Frischfisch. Eine reiche Auswahl, auch an Austern und Muscheln, findet sich auf dem Markt in Lannion.
„Far breton“: ein puddingähnlicher Kuchen mit in Rum getränkten Backpfaumen. Wer’s mag.
„Pommes de terre au lard“: Kartoffeln mit bretonischen Würsten und Speck, gekocht in Butter und Cidre. Bon appétit.
Lannion Markt Asiastand
Auch die ausländische Küche ist gerne gesehen auf dem Markt von Lannion.
Lannion Markt
Was wäre der Franzose ohne Croissant, Pain de chocolat und ohne sein Weißbrot?

Und wer mal eine Pause von der anstrengenden Beschäftigung mit Lebensmitteln braucht, findet schnell ein nettes Plätzchen für einen „petit café“ zum Ausruhen am Rand des Geschehens.

bon appétit

Raus aus der Stadt zum Pointe de Yaude

Nach dem Marktbummel wollte ich raus aus der Stadt und bin auf gut Glück entlang des Léguer zum Pointe de Yaude gefahren. Und was soll ich sagen. Oft findet man die schönen Ecken dort, wo man nicht damit rechnet. Huelgoat, Côte de Granit Rose und was es alles gibt, traumhaft, ohne Zweifel. Aber abseits davon liegt soviel schönes, auf das man so oft gar nicht achtet.

Pointe de Yaude

Der Pointe de Yaude liegt hoch oben am Ende eines kleines Dorfes. Le Yaude ist ein historischer Ort mit einer langen, bis zu den Kelten zurückreichenden, Geschichte. Alte Häuser, eine winzige Mühle am Ortseingang, herrliche Ausblicke auf den Fluss und den alten Fischereihafen, verwunschene  Wanderwege, auf denen es einiges zu entdecken gibt sowie eine wunderhübsche und sehr ungewöhnliche kleine Kapelle, die „Chapelle de la vierge couchée“.

Die Kapelle der liegenden Jungfrau am Pointe de Yaude,
Nur eines der ungewöhnlichen Gestaltungselemente, welches die kleine Kapelle in Le Yaude von dem Gewohnten unterscheidet.

Schade, dass die Bordbatterie wieder ein wenig Ausfahrt benötigte, sonst wäre ich noch eine weitere Nacht geblieben. Luna hätte das auch gefallen, kilometerlanges leinenfreies Gassi ist voll ihr Ding.

Bis dann, immer schön die Augen offen halten,

 

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