Tiny-House-Omas Ankunft im Zwischendomizil

Anhänger geliefert, Haus verkauft: Omas Tiny-House-Projekt startet

Jetzt geht es los, die Dinge sind in Bewegung, es gibt kein Zurück mehr. Frau Mama ist vor ein paar Tagen erschöpft, aber glücklich, in ihrer neuen Heimat angekommen und vor zwei Tagen wurde der Anhänger bei der Firma Pletz angeliefert. Das Projekt „Oma goes to Tiny House“ startet nach neun Monaten der Planung, des Räumens und Organisierens endlich durch.

Lieferung des Anhängers für das Tiny House

Mit etwas Verspätung steht der Anhänger nun bei der Firma Pletz auf dem Hof. Wie man an der Anzahl der Anhänger sieht, ist Frau Mama wohl nicht die einzige, die ein Tiny House, oder eher einen Zirkuswagen, möchte. Sie liegt auf ihre alten Tage voll im Trend, nichts da von wegen „das war schon immer so und so soll es auch bleiben“.

Der Chef, Alexander Pletz, mit Sohn und Mitarbeitern beim Abladen der Anhänger.

Es handelt sich um einen Drei-Achs-Anhänger mit einem Pritschenmaß von  9 x 2,3 Meter. Das spätere Innemaß des Wagens beträgt 8,84 x 2,15 Meter. An die Eingangstür kommt zusätzlich noch eine überdachte, von zwei Seiten zugängliche Veranda. An die kurze Seite kommt eine Treppe und an die lange eine Rampe, damit Frau Mama mit dem Rollator bis vor ihre Haustür rollern kann. (>>> Skizzen des Wagens)

Der Aufbau des Tiny Houses startete noch am Tag der Hängerlieferung. Sobald ich neues Bildmaterial und neue Informationen von der Firma Pletz zur Verfügung gestellt bekomme, geht es weiter mit dem Baubericht.

Abschied und Neubeginn – Omas Umzug in den Norden

Das Haus im Elsass ist verkauft. 33 Jahre gelebtes Leben finden nun ihr Ende. Am 14. Juni 2018 war der Notartermin mit Schlüsselübergabe. Der Startschuss für Frau Mamas Umzug in ihr neues Leben inmitten der ruhigen und schönen Südheide Niedersachsens.

Bis zur Fertigstellung und Lieferung des Tiny Houses wohnt sie in einem Zwischendomizil direkt neben mir auf dem Campingplatz. Wie es der Zufall wollte, wurde der Platz zum richtigen Zeitpunkt frei. Ein  Wohnwagen mit ausgebautem Vorzelt sowie ein Bad- und Toilettenhäuschen auf einem hübsch eingewachsenem Grundstück. Mit Parkplatz direkt um die Ecke. Idealer geht es nicht zur Überbrückung der Wartezeit.

Erholung Tiny-House-Oma im Garten des Zwischendomizils
Jetzt ist erst einmal Relaxen angesagt im Zwischendomizil. Zum Glück spielt das Wetter auch mit.

Die meisten Besitztümer wurden Opfer des Räumungswahns. Familie, Nachbarn und Freunde schafften alles, was nicht mit konnte oder sollte, auf die Déchetterie (Abfallentsorgung in Frankreich). Da kamen einige Anhängerladungen zusammen. Die letzten 14 Tage war ich ebenfalls vor Ort, um die letzten Arbeiten zu erledigen und beim Umzug zu helfen. Obwohl schon fast alles entsorgt war, schafften wir es noch einmal auf vier volle Anhänger. Ein Wahnsinn, welche Mengen von unnötigem Krempel sich im Laufe der Jahre in so einem Haus ansammeln.

Anhänger mit Gerümpel Umzug Tiny-House-Oma
Der allerletzte Gerümpelabfall-Anhänger von vielen.

Am Ende hieß es noch ein letztes Mal das Haus durchputzen, ein letztes Mal in eines der guten französischen Lokale für ein leckeres Elsass-Abschieds-Menü und dann wurden Mamas Kleinwagen und der Nugget vollgepackt und es hieß: Adieu Elsass.

Umzug Tiny-House-Oma Auto gepackt
Der Rest muss mit, egal wie. Eine Kofferraum- und eine Nuggetladung sind alles, was übrig bleibt vom alten Leben.

Umzug Tiny-House-Oma Nugget wirdgepackt

Der Umzug ist nun schon ein paar Tage her und bisher zeigt sich kein Heimweh oder Trennungsschmerz bei Frau Mama. Sie scheint glücklich und zufrieden in ihrer neuen Heimat. Und sie ist voller Unternehmungslust und dank neuem Navigationsgerät findet sie sich auch allein bereits gut zurecht. Den ersten Massagetermin für ihren bösen Rücken gab es auch schon und ab morgen wird es amtlich. Ein Besuch beim Einwohnermeldeamt steht an.

Die ganzen Ämtersachen sind ein wenig umständlich, da es – auch innerhalb Europas – einiges an Papierkrieg zu bewältigen gibt bezüglich Rente, Krankenversicherung, Auto usw. Aber auch das schaffen wir noch. Jetzt heißt es erst einmal ankommen, durchatmen und sich erholen von dem Stress der letzten Monate.

Bald geht es weiter, bis dahin,

  1. gabriele

    Liebste Uschi, liebste Mama-Oma 🙂 ich weiss eigentlich nicht, was ich zu solch wundervollen Berichten, die von der stetigen Veränderung des Lebens berichten, schreiben soll. Habe größten Respekt, zu lesen, wie es sein kann neues zu wagen. Damit meine ich Dich liebe Uschi gleichfalls wie Frau Mama. Mit Freude loszulassen, loszuziehen und sich einzulassen. Die magischen Zahlen sprechen ebenfalls für sich 🙂 die 7, die 9 und die 33. Ich freue mich, das ich daran teilnehmen darf durchs lesen, schauen an diesem mutmachenden Vorwärtsgehen und Tatendrang.
    Von Herzen drück ich Euch, Gabriele

    • Hallo Gabriele,
      freut uns, dass du teilnimmst an unserer Reise. Nur das mit den magischen Zahlen begreife ich nicht so ganz. Die 7 kann ich ja noch nachvollziehen (Frau Mamas vorübergehende Hausnummer). Aber woher die 9 und die 33?
      Liebe Grüße, Uschi

      Rätsel gelöst 🙂

      • Gabriele

        Rätsel gelöst? was hast du den herausgefunden?

        Also meine liebe Uschi, nach Beendigung des lesens deines wundervollen Berichtes, setzte sich in mir folgendes Bild zusammen 🙂

        33 Jahre (….vergangenes gelebtes abgeschlossenes Leben…) die 33, eine Meisterzahl, für mich das Sinnbild in diesem Fall etwas wirklich zu Ende gebracht zu haben, seine Meisterschaft erlangt zu haben in Bezug auf die Lebensstation, die es in der Vergangenheit zu leben galt.

        Als nächstes die 9 (…startete nach 9 Monaten der Planung….) erschien mir beim lesen wie eine Schwangerschaft, das warten, sich vorbereiten auf etwas neues und unbekanntes, das „Kind“ was nicht immer wörtlich das Kind bedeuten muss wird geboren 🙂

        und als Neubeginn der Start mit der vorläufigen 7 (…zwar nicht zu lesen aber zu sehen :)) als heilige Zahl, die Vollendung, das Ziel erreicht zu haben und sich nun erstmals auszuruhen:-)

        Mmh 🙂 also ich empfinde es als perfekt!
        Herzallerliebste Grüße,
        Gabriele

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