Schild Hunde verboten Strand

Saint-Malo par la Côte


Hallo,

nach zwei ruhigen Tagen entlang der Küste bin ich nun in Saint-Malo angekommen. Bis jetzt habe ich es nur bis zum Supermarkt vor den Toren der Stadt geschafft. Milch und Brot waren alle. Das dauert immer, bis ich wieder draußen bin. Erst einmal alles finden und hier schauen und dort gucken. Aber heute habe ich die Einkaufbremse eingelegt.

Mein Kühlschrank quillt fast über und seit Tagen esse ich eigentlich nur, was ich im ersten Wahn gekauft habe. Bevor da nicht wieder Platz ist, gibt es keinen Nachschub und auch Moules Frites, Austern und Jakobsmuscheln sind bis dahin gestrichen. Also glaub ich, oder? So in Saint-Malo, hmmm, vielleicht doch … mal sehen 🙂 Gestern stand wenigstens schon Fischsuppe auf dem Speiseplan der Nugget-Küche.

Bretonische Fischsuppe mit Zutaten
Fischsuppe, lecker und stilvoll aus dem Supermarkt 🙂 Traditionell mit Rouille, Käse und Brotkracher. Diese gibt es auch fertig, aber ich schneide sie lieber aus frischem Baquette und röste sie kurz in der Pfanne an.

Nun aber zu den vergangenen Tagen. Der zweite Versuch. Der erste ist, dank Serverprobleme des Providers, irgendwo im NIrvana verschwunden. Aber doppelt hält ja bekanntlich besser und der Service bei webgo ist so super, dass man denen gar nicht böse sein kann.

Le Mont-Saint-Michel

Wer jetzt einen tollen Bericht über die Abtei des Mont-Saint-Michel erwartet, wird leider enttäuscht. Bei Interesse bitte googlen 🙂 Ich habe es nur bis zum Parkplatz geschafft, dann wurde es mir zu blöde.

Der Mont-Saint-Michel war bisher bei jedem Bretagne-Besuch Pflichtprogramm. Die engen Gassen, die alten Gemäuer, der traumhafte Ausblick in das ewig weite Watt, die Geschäfte und Restaurants, das Gewusel der Touristen, das Klicken unzähliger japanischer Fotoapparate. Ist mir alles bekannt und vertraut. Dieses Mal wollte ich nur schnell die Katakomben besuchen, die kenne ich noch nicht.

Haus in den Dünen
Zwar nicht der Mont-Saint-Michel, aber immerhin auch ein Gebäude auf dem Hügel in den Dünen.

Seit wenigen Jahren ist die Klosterinsel nur noch mit einem Shuttlebus erreichbar. Parken kann man auf dem etwas entfernter liegenden Parkplatz. Und da begann mein Problem.

Leute, ich sehe es echt nicht ein, mit meinem kleinen Nugget auf den Wohnmobilparkplatz zwangsgeleitet zu werden und dort dann 17,20 Euro für 24 Stunden zu bezahlen. Also nicht, dass ich den Preis unangemessen empfinde. Schon o.k., da auch der Pendelbus inklusive ist. Schlau gedacht. Wer bezahlt hat, bleibt und nutzt die Zeit für einen ausgiebigen Besuch des Mont-Saint-Michels. Essen, Trinken, Einkaufen … Gibt ja sonst nichts in direkter Umgebung.

Aber ich wollte halt nur mal kurz in die Katakomben. Dafür hätte ich, inklusive Busfahrten, 30 Minuten Zeit gehabt. Der einzige Alternativtarif zum 24h-Ticket. Ne, ne, das war mir dann schon wieder alles zu geschäftstüchtig organisiert. Sind ja nicht die einzigen Katakomben auf der Welt. Also lieber flugs an die, oft sehr südlich anmutende, bretonische Nordküste.

Bretagne Palmen

Saint-Malo sur la Côte

Vielleicht noch etwas verschnupft ob des versauten Vormittags, war ich anfangs nicht so angetan von der Fahrt entland der Küste. Die Beschränkungen für Wohnmobile an den beliebten Plätzen ist immens. Aber selbst trotz höhenbegrenzter Parkplätze  und nicht sehr schön liegender WoMo-Alternativen, findet sich etwas abseits am Straßenrand immer ein Plätzchen um die Wildheit, das Licht und die Farben der Côte d’Emeraud in sich aufzunehmen. Wenn das bretonische Wetter das dann auch möchte 🙂

Felsen Cote d'emeraud

Wer es nicht eilig hat, sollte den Weg entlang der Küste nach Saint-Malo fahren. Herrliche Ausblicke auf den Atlantik, ein Abstecher zum Pointe du Grouin oder zu den Felsskulpturen Les Rochers sculptés und charmante Dörfer entlang des Weges. Und von September bis März gibt es am Straßenrand oder in den Fischgeschäften frische Muscheln und Austern satt.

Le Pointe du Meinga

Luna und ich haben es langsam angehen lassen. Vor allem, da der Wettergott gestern offensichtlich schlechte Laune hatte. Regen, Regen und … Regen. Nur mitags hellte es auf und sogar die Sonne war uns kurzzeitig wohlgesonnen. Gleich genutzt für eine Wanderung um den Pointe du Meinga.

Pointe de Meinga Wanderzeichen
Rechts ab vom Parkplatz immer diesem Zeichen folgen

Diesen Küstenwanderweg habe ich auf der Suche nach einem Nachtquartier entdeckt. Der Wanderparkplatz zwar ohne Meerblick, aber immerhin mit Meeresrauschen. Dafür als Entschädigung am nächsten Tag diese wirklich traumhafte Wanderung mit Atlantik satt.

Der Wanderweg startet in St. Coulomb und ist 15 Kilometer lang. Da mein Lunchen das nicht mehr mitmacht, musste die kurze 5km-Runde genug sein. Und das war sie. Vor allem, wenn man so hüftschwach ist wie meine Dicke und so wenig im Training stehend wie ich.

Pointe du Meinga Start
Auf, auf zum lustigen Wandern.

Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind absolut erforderlich für diesen Wanderweg. Sehr schmal, steinig, stark an- und absteigend. Schwindelfreiheit im Gepäck wäre auch nicht schlecht.

Der Wanderweg an einer seiner harmloseren Stellen.

Die Bretonen nutzen meist Wanderstöcke. Mag ich zwar nicht, aber gerade bei nassem Wetter, wenn die Wege unter den Füßen davonrutschen, bestimmt nicht das Dümmste. Erfahrung macht wohl doch klug.

Wald
Der Weg führt auch durch kleine Waldstücke.
Links am Hang siehst du ein Stück vom Wanderweg. Deshalb die Schwindelfreiheit.
Abstecher zum Sandstrand, um die äußerst selten gewordenen Algenigel zu beobachten 🙂 , sind ebenso möglich …
Bretagne Angler Cote d'Emeraude
… wie eine kleine Angelpause zur Erholung.

Die Wanderung hat Augen und Seele gestreichelt sowie Bauch, Beine, Po trainiert. Seitdem fühle ich mich in der Bretagne angekommen. Hatte fast vergessen, wie schön es hier ist. Selbst in dieser späten Jahreszeit.

Bretagne Steilküste

GPS-Datei rund um den Pointe de Meinga >>> pointedemeinga
Wanderparkplatz GPS: 48.689862, 01.939132

Bis dann, lass es dir gut gehen

  1. Hallo,
    Sie haben sich bei dem Besuch von Saint Mont Michele über 400 Treppen erspart. Wir waren vor 2 Jahren dort und haben damals eine geführte Wattwanderung über fast 8 km zum Mont gemacht die war Spitze.
    Ihre Bilder sind spitze. Wir sind auch Nugget Fahrer und lieben ihn. Wir haben auch noch ein WoWa Gespann, aber der Nuggi ist mittlerweile unser Liebling Reise Fahrzeug. Bei einem Ford Händler, bei wir zufällig vorbeikamen, stand der Nuggi damals. Ich stieg aus und sagte zu meiner Frau, ich schau den mir mal an. Da Oktober war und der Nuggi verkauft werden sollte bekam ich einen guten Preis und kaufte ihn. Als ich zum Auto kam und das meiner Frau erzählte, hätte sie mich fast gefressen.
    Heute würde sie IHREN Nuggi nicht mehr hergeben. Wir sind aber nur Weicheier und der Nuggi steht jetzt im Winterquartier.
    Grüsse und ich wünsche mir weiter so schöne Bilder und Berichte.
    PW

    • Hallo,
      das mit der Wattwanderung klingt ja klasse. Aber im November wahrscheinlich eher unwahrscheinlich. Wird das nächste Mal nachgeholt. Wissen Sie zufälligerweise, ob der Hund da mitdarf? Und wie kommt man vom Michel wieder zurück zum Auto?
      Ja, Nugget ist toll. Bei mir war es auch Liebe auf den ersten Blick und glaube, niemand will ihn wieder hergeben ;-). Werde mir Mühe geben mit den Bildern und Berichten. Damit auch die Weicheier unter uns im Winter etwas Nuggetfeeling haben 🙂
      Liebe Grüße, Uschi

      • Hallo,
        wir sind mit einem Bus zur Stelle gebracht worden von wo die Wattwanderung losging. Der Nuggi stand auf dem neuen Parkplatz beim Mont zu dem man danach mit dem Bus kommt. Wir waren mit einer geführten Reise unterwegs. Hunde konnte man auch mitnehmen, musste sie nur über einige Priele tragen werden oder sie wären selbst geschwommen.
        PW

      • Danke für die Info, werde ich mir auf jeden Fall vormerken für den nächsten Bretagnebesuch. Macht Luna bestimmt auch Spaß und die 17,20 tun dann auch nicht weh ;-). Danach ist man sowieso zu müde zum Weiterfahren, vermute ich mal.
        Viel Freude weiterhin, liebe Grüße, Uschi

  2. Falls Du noch bei Saint-Malo bist und Dich trotz überquellendem Kühlschrank dazu durchringen kannst, Moules-frites essen zu gehen: Ich kann Dir innerhalb der Festungsmauern die Ecke mit den vielen Restaurants empfehlen.
    Zuerst am Hafenbecken irgendwo zwischen Casino/Tourist-Information und Postamt parken. Da gab es Parkplätze ohne Höhenbegrenzung entlang der Straße. Dann durch das Porte Saint-Vincent (bei Tourist Information/Casino) durch die Stadtmauern gehen. Dann gleich links halten und in die Straße „Rue Jacques Cartier“ gehen. Da sind einige nette Restaurants, die humane Preise haben. Und die haben auch in der kalten Jahreszeit offen. Da hatte ich vor ein paar Jahren mal lecker Moules-frites gegessen. Welches Restaurant das war, weiß ich aber nicht mehr. 🙂

    Wenn Du dann eh schon da bist 🙂 … Auf die Stadtmauern an der Atlantikküste gehen und die Aussicht geniesen. Beim Porte Saint-Vincent ist auch das Hôtel de Ville (Rathaus). Dort kann man durch die Stadtmauern auf den Sandstrand gehen.

    • Danke für die Tipps. Alles soweit gefunden, allerdings hat das bretonische Wetter mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bericht ist in Arbeit.

Ich freue mich über Kommentare