Mein Tiny House

Es regnet. Ideal, um dir endlich mein Tiny House vorzustellen. Ich liebe es. Seit ich zum ersten Mal das Bild eines Tumbleweed Tiny House sah, wusste ich: so eines möchte ich haben, so will ich leben. Und irgendwann wurde es Wirklichkeit. Es war ein langer Weg, aber nun steht es da.

Das Tiny hat eine Wohnfläche von elf und einen Loft mit vier Quadratmetern. Das klingt kleiner, als es ist. Wichtig ist eine durchdachte Aufteilung und eine variable Einrichtung. Und das Loslassen vieler unnötiger Dinge 🙂

Bevor ich einziehen konnte, musste es natürlich erst geplant und gebaut werden. Mit einem Zwei-Achsen-Anhänger, viel Idealismus und einer Portion Selbstübeschätzung fing es an.

Nach zehn anstrengenden und nervenaufreibenden Monaten war das Häuschen endlich bezugsfertig. Gebaut haben es mein Mann und ich gemeinsam. Eingezogen bin ich leider allein. Für zwei Personen (und zwei Hunde) wäre es aber auch viel zu klein. Der Grundgedanke war, zwei Häuser zu bauen. Eines mit Mittelpunkt Küche und Essen, eines zum Wohnen. Jetzt ist es halt nur das Küchen-Tiny geworden. Passt schon für mich als leidenschaftliche Köchin.

Klein, aber fein. Alles da, was frau braucht. Sogar eine Spülmaschine. Dafür habe ich auf den Einbauherd verzichtet. Wenn ich alles mit Hand spülen müsste, was beim Kochen dreckig wird, bliebe die Küche öfters kalt. So gut kenne ich mich.

Wenn ich in Backlaune bin, zaubere ich aus der toten Ecke unter der Arbeitsplatte einen Beistellherd hervor. Der macht seine Sache gut und reicht für meine Zwecke.

Mein Esszimmer. Der Tisch ist super flexibel und für drei Leute ohne großen Aufwand ausreichend.  Und wenn einmal mehr Platz benötigt wird, um 90° drehen und die andere Seite auch aufklappen. Die vierte Person+ muss dann allerdings den eigenen Stuhl mitbringen.

Das Wohnzimmer. Gemütlicher Ohrensessel mit breiten Hocker für die Füße. Oder um zu zweit dort zu sitzen. Wenn es noch gemütlicher sein soll, geht es hoch ins Loft.

Das Loft ist alles für mich. Schlafzimmer, Chillout Lounge, Arbeitsplatz. So schön aus den Fenstern über alles hinweg zu schauen.

Das Luna-Plätzchen. Damit sie nachts gut schlafen kann, lege ich ihr vor die Küchenzeile eine Kindermatratze zum Langmachen. Im Garten hat sie ihre eigene Tiny Hundehütte. Wenn das Wetter mitspielt, ist sie sowieso am liebsten draußen.

Blick durch das Bullauge in die Dusche. Das Bad ist zwar schmal, steht den Großen aber in nichts nach. Bis auf die fehlende Badewanne. Und zu rund sollte ich auch nicht werden, sonst bleibe ich stecken. Die Enge hat durchaus Vorteile. Umfallen ist nicht. Gut, wenn ich älter und etwas wackliger werde.

Das Bad aus der Vogelsperspektive. Ist gar nicht so einfach, das Haus innen zu fotografieren. Besser ging es nicht. Hoffe es gefällt dir trotzdem.

Wenn du Fragen hast, frage. Ich versuche sie dir zu beantworten. In naher Zukunft wirst Du noch mehr über das Tiny House, seine Entstehung und über das Leben darin erfahren.

Hat dich das Tiny-House-Fieber jetzt auch gepackt? Oder ist es fern deiner Vorstellung, so zu leben? Was ist deine Meinung zu dieser alternativen Lebensweise?

Infokasten Versorgung

Mein Tiny House ist nicht autark. Der Strom wird nicht über Solar erzeugt, sondern es ist mit einem Stecker (wie bei Wohnmobil oder Campingbus) an das 230V-Netz angebunden. Kochfeld und Durchlauferhitzer werden getrennt über je eine Propangasflasche (11 Liter) versorgt. Als Heizung dient ein Radiator. Dessen Heizleistung ist ausreichend und der Stromverbrauch hält sich in Grenzen. Anfangs hatte ich einen Holzofen aus dem Schiffsbau an der Wand, aber offenes Feuer und Holzhaus hat mich auf Dauer nervös gemacht.

Das Tiny Hous ist an das örtliche Frischwasser und an das Grauwasser angeschlossen. Anschluss an die Kanalisation besitzt es keinen, da ich eine Komposttoilette von Separett benutze. Der Umgang mit der Komposttoilette ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig und man baut eine wesentlich engere Beziehung zu seinen Ausscheidungen auf als je zuvor 😉 , damit muss man klar kommen. Aber nach einer gewissen Lernphase ist es eine tolle und auch saubere Sache. Nach etwa einem Jahr wurde allerdings der Originallüfter gegen einen leiseren Lüfter getauscht, da mir die zunehmende Lärmentwicklung gehörig auf die Nerven ging.

  1. Hallo Uschi, ich bin total begeistert vom ‚Tiny-House-Movement‘ und möchte bald damit loslegen mir mein eigenes Tiny House zu bauen. Ich bin eine Unterstützerin vom minimalistischen Leben und möchte mit meinem Tiny House irgendwann gerne die Welt bereisen. Bist du mit dem Haus schon auf Reisen gewesen? Wenn ja, welche Probleme traten dabei auf?

    • Hallo Joanna,

      zuerst einmal alles Gute für den Bau deines Tiny Houses. Ich empfand die Bauphase zwar als eine sehr anstrengende Zeit, aber wenn es dann fertig ist und du einziehen kannst, ist es ein tolles Gefühl im selbst gebauten Häuschen.
      Ich reise mit meinem Tiny House nicht umher. Dafür war es nie gedacht. Mir ging es nur um das reduzierte Leben und darum, mein Haus mitnehmen zu können, falls es mich mal wieder in eine andere Ecke verschlägt 🙂 Von daher kann ich dir dazu nicht viele Tipps geben.

      Mein Tiny House ist als Wohnwagen zugelassen, so dass ich (theoretisch) problemlos in ganz Europa reisen könnte. Welche Bestimmungen dafür notwendig sind, erfrägst du am besten bei dem TÜV deines Vertrauens. Wir haben das vorher alles mit denen abgeklärt, die Abnahme war dann problemlos. Das Wichtigste für das Herumreisen ist wohl die Höhe und Fenster mit Sicherheitsglas. Ohne dieses Glas musst du die Fenster bei der Fahrt immer mit einem Schutz versehen (ich benutze passend zugesägte Sperrholplatten). Fensterläden wäre auch noch eine Möglichkeit, dadurch erhöhst du aber wieder das Gewicht.

      Die meisten Brücken sind 4 Meter hoch, unter diesen sollte das Tiny halt durchpassen, sonst bist du schon sehr eingeschränkt.
      Das Herumreisen mit Tiny wäre mir persönlich zu anstrengend, weil es halt doch sehr unflexibel ist. Außerdem wollte ich auch eher Wohnhaus-Charakter bei der Inneneinrichtung und nicht alles mit festeingebauten Möbeln einrichten wie z.B. in einem Wohnwagen. Die Möbel müssten für das Herumreisen jedesmal fest fixiert werden. Wäre mir zu umständlich. Fürs Reisen nehme ich deshalb lieber den Nugget und freue mich aufs Heimkommen in mein Tiny House.

      Dir wünsche ich viel Glück, Erfolg und Energie für dein Tiny-Projekt. Es freut mich, dass wir Tiny-House-Liebhaber immer mehr werden. Dann tut sich vielleicht mal endlich etwas bei der rechtlichen Akzeptanz als Wohnform.

      Liebe Grüße, Uschi

    • Sehr schön dein kleines Häuschen. Ich möchte auch sowas in der Art + den Weg ins minimalistische Leben suchen. Mich würde mal interessieren, wie lang dein Tiny House ist + wie groß ist dein Schlafloft…das sieht sehr geräumig aus. Noch viel Spaß in deinem Häuschen…..

      • Hallo,
        freut mich, dass mein Tiny gefällt. Das Häuschen hat eine Wohnfläche von ca. 5,60×2 m, das Schlafloft ist 2×2 Meter. War mit der großen 1,40 Matratze etwas klein, nun habe ich nur noch eine 1-Meter-Matratze und somit rechts und links üppig Platz für allen möglichen Krempel, den man so braucht. Demnächst werde ich die Küche noch etwas verkleinern, so dass ich unten noch einen zweiten Sessel zustellen kann. Ist gemütlicher, wenn mal Besuch da ist.
        Liebe Grüße, Uschi

  2. Anonymous

    Spannende Sache – aber man brauch halt ein Grundstück. Wenn man das auf ein Gartengrundstück stellt darf man sich nicht offiziel da anmelden oder?

    • Hallo,
      das mit dem Grundstück ist wirklich der Knackpunkt beim Tiny House. Da lebt man endlich mobil und dann gibt es keine Plätze, wo man wohnen darf. Einfach anmelden ist nicht, da sind in Deutschland die Bebauungsvorschriften (noch) zu rigide. Außer man hat das Glück und findet eine tolerante Gemeinde, muss man halt vor Ort nachfragen. Ich habe bis jetzt noch keine passende Alternative zu meinem Grundstück auf einem Campingplatz in Norddeutschland gefunden. Das ist zwar voll in Ordnung, aber am A… der Welt. Suche eigentlich in Süddeutschland, Ecke Karlsruhe, etwas Passendes, weil das meine Heimat ist.
      Es gibt natürlich immer die Option, das Tiny bei jemandem auf das Grundstück zu stellen und sich offiziell im Haupthaus anzumelden. Aber das will halt auch nicht jeder Grundstücksbesitzer, weil er Angst vor Restriktionen hat.
      Kann man nur hoffen, dass sich bald etwas ändert. Die Bewegung nimmt ja Fahrt auf und die ersten Projekte sind schon in Planung, z.B. bei Tiny House Rheinau.
      Liebe Grüße, Uschi

  3. Bin einfach nur begeistert, es passt sowas von zu Dir 🙂 Freut mich, dass Du Dich hierzu entschieden hast.
    LG P

Ich freue mich über Kommentare